Osteo = Knochen             Pathos = Leiden

Osteopathie ist eine ganzheitliche Behandlungsmethode, die nicht nur die äußeren Symtome behandelt, sondern auch deren ursächliche Störungen.

Diagnostik und Therapie werden mit den Händen ausgeführt. Genaueste Kenntnisse der Anatomie, Physiologie und Sensibilität der Hände sind Voraussetzung dafür!

Durch genaues Ertasten kann der/die Osteopath/in Strukturveränderungen und Veränderungen im Spannungszustand des Gewebes (gespannt, gereizt, elastisch, ..) erkennen.

Da der Körper aus unzähligen Strukturen besteht, die alle direkt oder indirekt miteinander verbunden sind, spricht man von einer strukturellen und funktionellen Einheit:

  • mechanisch: Bewegungsapparat mit seinen Knochen, Muskeln, Gelenken
  • membranös: Verbindung der Organe durch Faszien (Bindegewebshüllen) mit dem umliegenden Gewebe
  • zirkulatorisch: Blutgefäße, Lymphgefäße, Hirn- und Rückenmarksflüssigkeit
  • neurologisch: Informationsübertragung durch das Gehirn und die Nervenbahnen

Kommt es zu einer Störung in einem der Systeme, findet man häufig auch Auswirkungen oder Wechselwirkungen in den anderen Bereichen!

Beschwerden und Erkrankungen entstehen dann, wenn durch eine Bewegungseinschränkung die Struktur (Gelenk, Muskel, Faszien,..) nicht mehr richtig funktionieren kann.

Mit verschiedenen osteopathischen Techniken können vorhandene Blockierungen gelöst, der Energiefluss im Körper harmonisiert und die Selbstheilungstendenz im Körper aktiviert werden.

H.M. Wright formulierte eine Definition der Osteopathie:
„Die Osteopathie ist zugleich eine Philosophie, eine Wissenschaft und eine Kunst. Ihre Philosophie stellt das Konzept dar von der Einheit der Struktur und der Funktion des Körpers, in Gesundheit wie auch in Krankheit. Ihre Wissenschaft beinhaltet die chemischen, physikalischen und biologischen Wissenschaften im Dienste der Gesundheit ebenso wie in der Prävention, Heilung und Verbesserung von Krankheiten. Ihre Kunst ist die Anwendung der Philosophie und Wissenschaft in der Praxis der osteopathischen Medizin und Chirurgie in allen Fachbereichen.

 

Geschichte der Osteopathie

Begründer der Osteopathie war der amerikanische Arzt Dr. Andrew Taylor STILL (1828-1917). Er sah den Menschen als eine Einheit aus Körper, Geist und Seele und stellte fest, dass eine Funktionsstörung in der Körpermechanik sowohl die betroffene Gewebsstruktur selbst beeinträchtigt, als auch - über Gefäß-und Nervenbahnen - die Funktionen der inneren Organe stören kann. Genauso können durch das Lösen von Gelenksblockaden nicht nur lokale Beschwerden, sondern auch Funktionsstörungen in anderen Teilen des Körpers gebessert werden. Aufbauend auf diese Erfahrungen entwickelte Still eine Methode zur Wiederherstellung der Mobilität im Körper - die Osteopathie.

1917 wurde in Großbritannien die erste europäische Schule für Osteopathie von Martin Littlejohn gegründet. Von dort verbreitete sich die Methode nach dem zweiten Weltkrieg zunächst in Westeuropa und später in ganz Europa.

Auf der Grundlage der Osteopathie entstanden später auch andere Methoden wie Chirotherapie und Manuelle Therapie.

Das craniale Konzept wurde durch die Arbeit von W. G. Sutherland D.O. und Harold Magoun D.O. entwickelt und in die Osteopathie integriert. Durch die Ärzte Stapfer und Glenard wurde erstmals im 19. Jahrhundert die Palpation und Behandlung der inneren Organe bekanntgemacht, weiter präzisiert durch die Arbeiten von J.P. Barral D.O.

In Frankreich, England und Belgien zählt die Osteopathie bereits zu einer anerkannten Therapieform. Seit Ende der achziger Jahre werden Osteopathen in Deutschland ausgebildet, in Österreich seit 1991. In beiden Ländern bemühen sich Berufsverbände um die Anerkennung der Ausbildung.